Die digitale Telefonie ist seit einigen Jahren stark auf dem Vormarsch
Das überrascht nicht. Sie ist deutlich günstiger und flexibler als die inzwischen veraltete und größtenteils abgeschaltete ISDN-Telefonie. Außerdem lässt sie sich direkt in die bestehende IT-Umgebung eines Betriebs einbinden, sodass Telefonie und Zusammenarbeit im Arbeitsalltag zusammenwachsen. Weil die Voice over IP Telefonie immer beliebter wird, haben wir in diesem Beitrag die wichtigsten Fakten dazu zusammengestellt.
IP-Telefonie überträgt Sprache über das Internet Protocol
Eine verlässliche Firmentelefonie brauchen alle Betriebe, deren Mitarbeiter ständig erreichbar sein und eng zusammenarbeiten müssen.
Die herkömmliche Integrated Services Digital Network Telefonie, kurz ISDN, reicht dafür nicht mehr aus. Deshalb hat der moderne Standard VoIP sie heute weitgehend verdrängt.
Voice over IP ist eine Netzarchitektur auf Grundlage des Internet Protocols, kurz IP. Ein klassischer ISDN-Anschluss überträgt Sprachdaten über das Telefonnetz. Bei der VoIP-Telefonie laufen die Gespräche dagegen über Computernetzwerke, die nach aktuellen Internet-Standards aufgebaut sind.
Dafür wird die Sprache mit einem Algorithmenpaar, dem sogenannten Codec, kodiert und in kleine Datenpakete aufgeteilt. Diese Pakete gehen über ein IP-Netz an den Empfänger und werden dort wieder in Sprache umgewandelt.
Für den Auf- und Abbau der Verbindung wird das Session Initiation Protocol, kurz SIP, verwendet. Die Sprache selbst überträgt das Real-Time Transport Protocol, kurz RTP.
VoIP-Telefonie hat gegenüber ISDN viele Vorteile
Der Geschäftsalltag hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Heute arbeiten Teams global und an verschiedenen Orten, und genau dafür ist die Voice over IP-Telefonie gemacht. Im Vergleich zur ISDN-Telefonie hat sie für Betriebe eine Reihe von Vorteilen.
Dazu gehören zum Beispiel:
eine effektivere IT-Umgebung
VoIP nutzt die vorhandene Netzwerkumgebung eines Unternehmens, eigene Telefonleitungen und spezielle Geräte sind nicht nötig. Weil VoIP-Lösungen auf Software basieren, lassen sie sich außerdem so betreiben:
auf Standard-Serverhardware
vor Ort im Unternehmen
als Cloud-Telefonlösung im Rechenzentrum
Telefone und andere Endgeräte werden per Netzwerkkabel ans Firmennetz angeschlossen. Alternativ laufen Softphones auf den Computern und Diensthandys, die die Mitarbeiter ohnehin nutzen.
eine unkomplizierte Einrichtung. VoIP-Lösungen können auch Mitarbeiter ohne technisches Fachwissen einrichten. Entweder übernimmt das der Serviceprovider vorab per Autoprovisionierung, oder der Kunde richtet die Geräte nach der Lieferung selbst ein. Auch Einstellungen wie Rufumleitung oder Anrufsperre lassen sich einfach im Webbrowser konfigurieren.
hohe Einsparungen. Gegenüber ISDN sinken die Kosten zum Beispiel durch Softclients und Apps. Mit der Hauptnummer des Unternehmens und ihrer eigenen Durchwahl telefonieren die Mitarbeiter auch über iPhone, Tablet oder Computer günstig. Gespräche innerhalb des Firmennetzes kosten gar nichts. Wer eine vorhandene Telefonanlage für VoIP weiter nutzen kann, spart außerdem Investitionskosten.
standortunabhängiges Arbeiten. Weil VoIP-Telefonie anders als ISDN nicht an eine physische Leitung gebunden ist, telefonieren Sie mit passenden VoIP-Geräten oder passender Software von jedem Internetzugang aus.
Softphones laufen zum Beispiel auf Laptops, und Apps bringen den Festnetzanschluss des Unternehmens aufs Mobiltelefon. So lassen sich mehrere Niederlassungen und Mitarbeiter im Homeoffice anbinden.
mehr Flexibilität und Skalierbarkeit
Softwarebasierte VoIP-Lösungen lassen sich über die Standardfunktionen hinaus um weitere Funktionen und individuelle Lösungen erweitern, oft über zusätzliche Lizenzen oder ein Upgrade der bestehenden Lizenz. Außerdem können Sie bei Bedarf Rufnummern und Nebenstellen hinzufügen oder wieder entfernen.
bessere Kommunikation und Zusammenarbeit durch einen erweiterbaren Funktionsumfang
VoIP-Telefonie lässt sich gut in die vorhandene Softwarelandschaft eines Betriebs einbinden, weil viele Geschäftsanwendungen wie die VoIP-Lösung selbst auf Protokollen wie IP oder SIP beruhen. So kommen weitere Kommunikationswege wie Fax per E-Mail, Videokonferenzen, Gruppenchats oder Bildschirmfreigabe dazu. Außerdem lässt sich die Telefonie in Systeme wie Customer Relationship Management, kurz CRM, oder Microsoft Teams integrieren.
Session Border Controller schützen die VoIP-Telefonie
Oft heißt es, VoIP-Telefonie sei unsicher.
Session Border Controller schützen vor den möglichen Risiken. Das sind Netzwerkkomponenten in VoIP-Netzwerken, die die Medienströme und Signale der geschäftlichen Kommunikation überwachen und steuern. Je nach Konfiguration blockieren sie außerdem unerwünschten Datenverkehr.
Die Zukunft der Firmentelefonie liegt in VoIP-Systemen
Aus dem Geschäftsalltag ist VoIP-Telefonie nicht mehr wegzudenken.
Die Kosten sind transparent, die Lösung ist flexibel und skalierbar, der Betrieb macht weniger Aufwand, und dank Session Border Controllern ist sie auch sicherer.
Weil das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Digitalisierung in kleinen und mittelständischen Betrieben unterstützt und bezuschusst, lohnt sich vor der Modernisierung Ihrer Geschäftstelefonie die Frage nach Fördermitteln. So sparen Sie beim Umstieg zusätzlich Kosten.